BSW-Fraktion spricht sich für den Entwurf der Firma Helmig aus
Der Entwurf der Fa. Helmig für den Generalunternehmervertrag zum Neubau des Stadions wird Oldenburg sportlich wie auch wirtschaftlich erheblich voranbringen. Der Entwurf berücksichtigt alle gestellten Anforderungen. Er hat ein Photovoltaik-Dach, Wärmepumpen für das Gebäude, eine barrierefreie Erschließung, ausreichend Raum für Fahrradstellplätze und Parkplätze. Er lässt eine Erweiterung von 10.000 auf 15.000 Plätzen zu und enthält verschiedenste Einrichtungen, die auch Einnahmen außerhalb des Fußball-Betriebes erwarten lassen. Architektonisch ist er ein Gewinn und in jeder Hinsicht modern. Die Dachkonstruktion wird über Holzträger abgesichert, nicht durch Beton. Über das gesamte Gelände der Weser-Ems-Halle liegt ein Entwässerungskonzept vor, das auch für Stark-Regenfälle gerüstet ist. Der Vertragspartner ist ein ausgewiesenes seriöses Unternehmen, das schon mehrere Stadien gebaut hat (Duisburg, Bochum, Millerntor).

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Bisher war mit 50 Millionen plus 10 Prozent kalkuliert worden. Jetzt werden es 57 Millionen sein. Auch die laufenden Kosten für den städtischen Haushalt, die für den Schuldendienst und die laufende Unterhaltung anfallen, werden höher ausfallen, weil wegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die Zinsen gestiegen sind.
Die Kosten für das Stadion sind jedoch im Vergleich zu anderen Stadien eher günstig. Die zusätzliche Belastung für den städtischen Haushalt ist vertretbar. Eine Reduzierung der Kosten ist nicht möglich. Hierüber wurde bereits ausgiebig mit dem Vertragspartner verhandelt.
Es muss auch unter Berücksichtigung der zu erwartenden Einnahmen mit etwa 3 Mio. Belastung für den städtischen Haushalt pro Jahr gerechnet werden. Dies ist nicht wenig. Man muss die Investition aber auch als Maßnahme sehen, die die Stadt attraktiver macht und zusätzliche Besucher nach Oldenburg ziehen wird, die hier ihr Geld ausgeben, was indirekt zu höheren Steuereinnahmen führen wird.
Es ist nicht seriös Investitionsausgaben in dieser Größenordnung mit laufenden Ausgaben für Schulsanierung oder soziale Einrichtungen in Beziehung zu setzen. Die Kosten des Stadions mit 57 Millionen muss man mit anderen Investitionen vergleichen, die die Stadt plant. So sollen 78,7 Millionen für den Neubau der Weser-Ems-Halle ausgegeben werden, was bisher niemand in Frage gestellt hat. Der Neubau des Flötenteichbades kostet jetzt 82 Mio, wobei die erheblich gestiegene Höhe dieser Ausgaben neben Fehlern der Verwaltung auch auf Sonderwünsche der Grünen zurückzuführen ist, die der Illusion verfallen sind, man könne ein klimaneutrales Schwimmbad bauen. Für den überhaupt nicht dringlichen und hinsichtlich der Ausgestaltung auch höchst umstrittene Umgestaltung des Pferdemarktes sind 76,5 Mio von der Stadt vorgesehen, wobei hier Landes- und Bundeszuschüsse schon abgezogen sind. Der größte Anteil hieran entfällt auf den Neubau (nicht die schon angelaufene statische Sanierung) der Tiefgarage am Stadtmuseum mit 44,5 Mio. Wenn es für die kommenden Haushaltsberatungen tatsächlich eng wird, kann man hier Investitionsvorhaben auf spätere Zeiten verschieben.

Die Entscheidung für den Stadionneubau kann man aber nicht verschieben, weil jetzt ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegt, der so kalkuliert ist, dass er jetzt abgeschlossen werden muss. Eine Nachverhandlung oder Verschiebung des Stadionneubaus würde zu erheblichen Kostensteigerungen führen und eine Neuausschreibung erforderlich machen. Der Rat sollte deshalb jetzt am 01.06.26 eine mutige und in die Zukunft weisende Entscheidung für die Stadt treffen und den Zuschlag zum Stadionbau erteilen.
Hans-Henning Adler Dr. Holger Onken
Ratsherr und Mitglied der Gesellschafterversammlung Fraktionsvorsitzender
